Weltstillwoche 2026

Die Weltstillwoche ist die größte gemeinsame Kampagne zahlreicher Organisationen, darunter auch UNICEF und WHO, die sich für das Stillen einsetzen. Seit 1991 wird sie jährlich in über 120 Ländern begangen.

In Deutschland wird die Kampagne zur Weltstillwoche von der Initiative babyfreundlich e. V. sowie der Nationalen Stillförderung vorbereitet und organisiert. Der DHV ist in beiden Organisationen vertreten und beteiligt sich aktiv mit seinen Beauftragten für Stillen und Ernährung der Landesverbände und des Bundes an der Kampagne.

Hierzulande wird sie jedes Jahr in der 40. Kalenderwoche ausgerichtet, symbolisch für den Zeitpunkt von Schwangerschaftsende und Beginn der Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind.

Daher findet die deutschlandweite Aktionswoche dieses Jahr vom 28. September bis 4. Oktober statt.

„Stillen. Deine Superkraft.“

“Stillen. Deine Superkraft.”, so lautet das Motto der diesjährigen Weltstillwoche, die in diesem Jahr vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 stattfindet. Auch der Deutsche Hebammenverband (DHV) ist an der Aktionswoche beteiligt.  

Stillen ist eine echte Superkraft: Muttermilch ist die natürlichste und umfassendste Ernährung für Neugeborene. Stillen stärkt nicht nur das kindliche Immunsystem, sondern unterstützt die körperliche, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes auf eine Weise, die kein anderes Lebensmittel nachbilden kann. Zugleich schenkt es Nähe, Sicherheit und Verbundenheit. Diese Momente sind es, die Eltern und Kinder oft als besonders intensiv und stärkend erleben. Die ‘Superkraft’ zeigt sich nicht darin, ob eine Frau stillt, sondern darin, wie sie ihren eigenen Weg findet. Als Hebammen kennen wir die Hürden auf diesem Weg und stehen an der Seite jeder Frau. 

Hebammen stehen dabei von Anfang an an der Seite der Familien. Schon in der Schwangerschaft bereiten sie auf das Stillen vor, klären Fragen, nehmen Sorgen ernst und stärken das Vertrauen der Eltern in ihren eigenen Körper und ihre Fähigkeiten. Rund um die Geburt und in den ersten Wochen danach sind Hebammen oft die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn es um Anlegen, Stillpositionen, wunde Brustwarzen, Unsicherheiten oder Erschöpfung geht. Sie sehen das ganze Bild und begleiten einfühlsam durch diese sensible Zeit. 

Unter dem Motto der Weltstillwoche 2026 „Stillen. Deine Superkraft.“ machen Hebammen sichtbar, welche Stärke im Stillen steckt, für die Kinder, für die Mütter und für die gesamte Familie. Sie ermutigen Eltern, ihren eigenen Weg zu finden, kleine und große Hürden nicht als Scheitern zu erleben, sondern als Teil eines Lernprozesses. Jede Stillbeziehung ist einzigartig, und Hebammen tragen mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer wertschätzenden Haltung dazu bei, dass Eltern diese besondere Superkraft bewusst erleben und für sich nutzen können. 

Forderungen des DHV

Stillen ist eine wertvolle Form der Ernährung, Beziehung und Gesundheitsförderung. Es verdient Schutz, Respekt und verlässliche Unterstützung. Das Motto der Weltstillwoche „Stillen. Deine Superkraft.” darf dabei nicht bedeuten, dass Frauen allein verantwortlich sind, wenn Stillen gelingt oder schwierig wird. Stillen ist keine Leistung, die Frauen unter allen Umständen erbringen müssen. Es ist eine persönliche Entscheidung und ein Prozess, der Zeit, Wissen, Ruhe und ein tragfähiges Umfeld braucht. 

Hebammen begleiten Frauen und Familien in dieser sensiblen Zeit fachlich kompetent und zugewandt. Sie unterstützen bereits in der Schwangerschaft bei einer informierten Entscheidung, helfen nach der Geburt beim ersten Anlegen, erkennen Schwierigkeiten frühzeitig und stärken Eltern darin, ihren eigenen Weg zu finden. Gute Stillberatung ist individuell. Sie respektiert die Lebenssituation der Frau, nimmt Sorgen ernst und vermittelt Sicherheit, ohne Druck aufzubauen. 

Damit Stillen gelingen kann, braucht jede Frau einen verlässlichen Zugang zu Hebammenhilfe. Die Versorgung darf nicht davon abhängen, wo eine Familie lebt, wie viel Zeit sie für die Suche aufbringen kann oder ob sie sich Beratung leisten kann. Stillförderung beginnt in der Schwangerschaft und setzt sich im Wochenbett fort. Dafür benötigen Hebammen ausreichend Zeit, angemessene Vergütung und gute Arbeitsbedingungen. 

Kliniken müssen stillfreundliche Standards verbindlich umsetzen. Der unmittelbare Kontakt von Mutter und Kind nach der Geburt, eine fachkundige Begleitung beim Stillbeginn und eine Beratung, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, sind zentrale Voraussetzungen. Familien brauchen Kontinuität statt wechselnder Zuständigkeiten. Stillen lernt sich nicht zwischen Tür und Angel. 

Auch Politik und Kommunen stehen in der Verantwortung. Die Nationale Strategie zur Stillförderung muss dauerhaft finanziert und vor Ort wirksam umgesetzt werden. Dazu gehören gut erreichbare Beratungsangebote, Fortbildungen für alle beteiligten Fachkräfte und ein verlässliches Netzwerk aus Geburtshilfe, Kinder und Jugendmedizin sowie Frühen Hilfen. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt für reif geborene Kinder, bis zum Ende des sechsten Lebensmonats ausschließlich oder überwiegend zu stillen und eine Stilldauer von mindestens zwölf Monaten anzustreben. Entscheidend bleibt, dass jede Familie auf diesem Weg kompetente und wertschätzende Unterstützung erhält. 

Stillfreundlichkeit zeigt sich auch im Alltag. Frauen müssen überall stillen können, ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Das gilt im Café, in öffentlichen Einrichtungen, in Geschäften und im Arbeitsleben. Arbeitgeber sind gefordert, Räume und Zeit für das Stillen oder Abpumpen selbstverständlich zu ermöglichen. Eine Gesellschaft, die Kinder willkommen heißt, unterstützt ihre Mütter auch beim Stillen. 

Wir fordern eine Stärkung der Hebammenhilfe von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. Wir fordern verbindliche stillfreundliche Standards in allen geburtshilflichen Einrichtungen. Und wir fordern eine Kultur, in der Frauen mit ihren Entscheidungen respektiert und praktisch unterstützt werden. 

Stillen kann eine Superkraft sein. Doch sie entfaltet sich nicht durch Erwartungen an Frauen, sondern durch gute Begleitung, sichere Rahmenbedingungen und eine Gesellschaft, die Verantwortung mitträgt. 

Statement von Annika Wanierke

Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes

Stillen ist eine echte Superkraft, die mit vielen gesundheitlichen Vorteilen für Mutter und Kind einhergeht, die Bindung stärkt und die Entwicklung des Kindes fördert. Gleichzeitig ist es eine individuelle Entscheidung, die unbedingt geschützt gehört. Hebammen können Frauen kompetent auf ihrem Weg begleiten. […] Dazu braucht jede werdende Mutter einen verlässlichen Zugang zu Hebammenhilfe, unabhängig von Wohnort und Ressourcen.

Statement von Kathrin Herold

Beauftragte des Deutschen Hebammenverbandes für Stillen und Ernährung (kommissarisch)

Die Superkraft liegt nicht darin, alles allein schaffen zu müssen. Sie entfaltet sich dort, wo Mütter und Familien die Unterstützung bekommen, die sie brauchen: mit verlässlichem Wissen, guter Beratung, Zeit, Wertschätzung und einem stillfreundlichen Umfeld. […] Denn Stillförderung ist Gesundheitsförderung und Familienförderung und damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Veranstaltungen zur Weltstillwoche 2026

Weiterführende Informationen

Ich still, wo ich will

Die Kampagne „Ich still, wo ich will“ setzt sich dafür ein, dass Mütter selbstbestimmt und ohne Diskriminierung überall in der Öffentlichkeit stillen können, indem die Kampagne durch Fotoaktionen und Aufklärung die gesellschaftliche Akzeptanz des Stillens stärken möchte.

Netzwerk Gesund ins Leben

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein deutschlandweiter Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der Gesundheit von Kindern, von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Ziel ist es, Eltern und Fachkräfte mit wissenschaftlich abgestimmten und alltagsnahen Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Stillen und weiteren Gesundheitsthemen zu unterstützen.

Nationale Stillförderung

Der Verband Nationale Stillförderung ist ein Zusammenschluss relevanter Ausbildungsinstitute, Organisationen, Fachgesellschaften und Berufsverbände zur Förderung von Aktivitäten und Maßnahmen, die das Stillen für Mutter und Kind begünstigen.

babyfreundlich e.V.

babyfreundlich ist eine Initative von WHO & UNICEF. Sie initiiert und unterstützt die Kampagne zur Weltstillwoche 2025.

World Breastfeeding Week

Die Weltstillwoche ist eine globale Kampagne zur Sensibilisierung und Aktivierung von Maßnahmen zu Themen im Zusammenhang mit dem Stillen.

Mother Hood e.V.

Mother Hood ist ein Verein aus engagierten Eltern, die sich für eine bessere und sichere Geburtshilfe einsetzen.

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