UNESCO erklärt Heb­am­men­wesen zum Imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­be der Mensch­heit

Am 6. Dezember 2023 hat die UNESCO das Hebammenwesen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen – eine globale Anerkennung für Hebammen. Das UNESCO-Komitee würdigt damit die herausragende Rolle, die Hebammen weltweit für den Erhalt des Lebens und den Fortbestand der Menschheit einnehmen. Für die Eltern- und Hebammenverbände, die die Nominierung gemeinsam initiiert hatten, ist dies ein großer Erfolg.

Statement von Ulrike Geppert-Orthofer

Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes
Geppert-Orthofer

Diese Anerkennung unseres Berufsstands erfüllt uns mit großem Glück und Ehrfurcht. Es ist ein historischer Moment und ein starkes Signal, das von dieser Entscheidung der UNESCO ausgeht. Der Hebammenberuf gehört zu den ältesten Berufen der Welt. Jetzt wissen endlich alle Regierungen auf der Welt, dass sie den Hebammenberuf als kostbares Kulturgut zu schützen, seinen Ursprung zu erhalten und seine Weiterentwicklung zu fördern haben. Die Würdigung durch die UNESCO unterstreicht den herausragenden Stellenwert von Hebammen für Leben und Werden weltweit und wird alle Hebammen, die sich überall großen Herausforderungen gegenübergestellt sehen, in ihrem Tun bestärken.

Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Anhand der Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit soll überliefertes Wissen und Können auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene anerkannt und der besondere Charakter hervorgehoben werden. Deutschland verzeichnet derzeit zehn Einträge auf den UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes, darunter nun das Hebammenwesen (zusammen mit sieben weiteren Staaten).

Dieses überlieferte Wissen und Können ist lebendig und an Menschen gebunden, die es ausüben und kreativ weiterentwickeln. Immaterielles Kulturerbe ist damit dynamisch und unterliegt gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Ausschlaggebend für die Erhaltung Immateriellen Kulturerbes ist, dass Menschen ihre Traditionen und Werte, ihr Wissen und Können von Generation zu Generation aktiv weitergeben.

Die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit soll zu einer größeren Sichtbarkeit und zu wachsendem Bewusstsein weltweit beitragen.

Statement von Sebastian Bayer

Auch der Geschäftsführer Marketing + Beschaffung bei dm-drogerie markt dankt dem UNESCO-Komitee für diese Entscheidung. Ohne die Unterstützung des langjährigen DHV-Kooperationspartners wäre der Bewerbungsfilm nicht zustande gekommen.

Die Entscheidung der UNESCO, das Hebammenwesen als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen, ist ein wichtiger Schritt. Das ist eine große Ehre und eine verdiente Wertschätzung unzähliger Hebammen in unserer Gesellschaft und weltweit. Als Unternehmen möchten wir weiterhin als starker Partner des Deutschen Hebammenverbandes zur Verbesserung der Geburtshilfe und zur Unterstützung von Hebammen beitragen.

Aus den Medien

“Die Geburt zählt zu den Schlüsselmomenten eines jeden Lebens weltweit. Es ist ein tiefes Bedürfnis, dabei eine verlässliche, medizinisch kundige Begleitung und Unterstützung zu erfahren”, so DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer im SWR-Interview.

„Das grundlegende Wissen und Können von Hebammen gleicht sich auf der ganzen Welt, weist aber je nach Erdteil viele regionale und kulturelle Besonderheiten auf“, so Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Christoph Wulf gegenüber dem Tagesspiegel.

Filmmaterial aus acht Nationen

Nach fünf Jahren großen Engagements mehrerer nationaler und internationaler Hebammenverbände, darunter der DHV, entschied das Zwischenstaatliche Komitee der UNESCO am 6. Dezember 2023 auf seiner Sitzung in Botswana, das “Hebammenwesen” in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufzunehmen.

Im internationalen Bewerbungsverfahren wurde das Hebammenwesen auch filmisch vorgestellt. Dazu reichten die acht mitzeichnenden Länder Filmmaterial ein und stellten vor, wie je nach sozialem und kulturellem Kontext das Hebammenwesen in unterschiedlichen Formen praktiziert wird.

Die Hebamme und Filmemacherin Karin Berghammer hat daraus diesen beeindruckenden Kurzfilm produziert, der als wichtiger Bestandteil der Bewerbung mit zum Erfolg geführt hat.

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