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Sondernewsletter Corona-Update, 24.01.2022

Liebe Kolleg*innen, liebe werdende Hebammen,

###USER_eigene_anrede###,

seit fast zwei Jahren bestimmt die Corona-Pandemie unsere Arbeitsabläufe. Sehr schnell haben wir Hebammen uns umgestellt, Hygienekonzepte eingeführt und auch Hebammenleistungen digital erbracht. Hinzu kommt die Sorge um die eigene Gesundheit.

Die schnelle Entwicklung der Impfstoffe bedeutete für viele eine Erleichterung und mehr Sicherheit. Eine Mischung aus gesunder Skepsis, kultureller Prägung und nicht gelungener Kommunikation hat dennoch dazu geführt, dass eine ausreichende Impfbereitschaft nicht erreicht wurde. Nun müssen wir feststellen, dass das Thema Impfen zunehmend zu gesellschaftlich aufgeheizten Diskussionen und einem schwindenden Verständnis für die jeweils andere Seite führt.

Dies beeinflusst uns Hebammen nicht nur in unserer Arbeitsorganisation. Zu unseren Prinzipien gehört es, alle Frauen gleich zu behandeln und nicht zu diskriminieren – unabhängig von ihrer Überzeugung und Haltung gegenüber dem Thema Impfen. Und wir arbeiten respektvoll mit unseren Kolleg*innen und benachbarten Berufsgruppen zusammen. Diese Haltung bestimmt den Wert unserer Arbeit und trägt dazu bei, dass wir die Versorgung mit Hebammenhilfe – im Krankenhaus und im ambulanten Bereich – sicherstellen können.

Die nicht ausreichende Impfquote hat den Gesetzgeber am Ende des vergangenen Jahres dazu bewogen, eine einrichtungsbezogene Impfpflicht einzuführen. Wir hätten dies alle nicht für möglich gehalten.

Das hohe Tempo der sich ablösenden Infektionsschutzverordnungen und die Angst, am Ende in ihrer Freiheit mehr und mehr beschränkt zu werden, hat bei einigen unserer Kolleg*innen mitunter auch Skepsis hervorgebracht. Sie wenden sich besorgt an uns.

Zum einen, weil sie gehört haben, dass der einrichtungsbezogenen Impfpflicht kein ordentliches Gesetzgebungsverfahren zugrunde gelegen haben soll. Diese Befürchtung möchten wir gerne ausräumen. Es sind alle vorgeschriebenen Schritte eingehalten worden. Der Fraktionszwang wurde aufgehoben und alle Abgeordneten folgten alleinverantwortlich ihrer Gewissensentscheidung. Die erforderlichen Mehrheiten wurden bei jeder Abstimmung weit übertroffen. Auch der Bundesrat hat dem Gesetz mit großer Mehrheit zugestimmt. Und unser Bundespräsident hat das Gesetz unterschrieben.

Zum anderen äußern diese Kolleg*innen die Sorge wegen einer nicht ausreichenden Erprobung der verfügbaren Impfstoffe. Das Risiko von Spätfolgen wird von allen führenden Immunolog*innen als sehr gering erklärt. Über Nebenwirkungen und Langzeitfolgen können sehr gute Aussagen getroffen werden, denn der mRNA-Impfstoff ist in der Zwischenzeit millionenfach untersucht und milliardenfach angewendet worden. Eine ähnlich vergleichbare, belastbare Datenlage gibt es für keinen anderen Wirkstoff – auch nicht für Impfungen gegen andere Krankheiten (WHO).

Uns erreichen zurzeit vermehrt Fragen zur arbeitsrechtlichen Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht – sowohl das Angestelltenverhältnis als auch die Freiberuflichkeit betreffend. Diese Fragen haben wir gesammelt und in Form von FAQs für Sie beantwortet.

Liebe Kolleg*innen, die individuelle Impfentscheidung machen wir alle uns nicht leicht. Wir nehmen Ihre Sorgen sehr ernst und möchten sehr gerne Ihre Fragen beantworten. Dafür bieten wir kurzfristig zwei Informationsveranstaltungen rund um das Thema Corona, Impfen und Arbeitsrecht an. Die erste findet am 31. Januar 2022 mit Dr. Justyna Chmielewska, Mitarbeiterin des Bundesgesundheitsministeriums, und unserem Rechtsanwalt Armin Hirschmüller statt.
Für einen weiteren Termin werden wir eine*n Immunolog*in/Virolog*in/Epidemiolog*in einladen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
Beide Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in unsere E-Learning-Plattform OlGA für Sie eingestellt.

Für den Termin am 31. Januar 2022 bitten wir um Anmeldung.

Für uns ist eines klar: Der aktuell möglicherweise auftretende Versorgungsengpass ist nicht der Verantwortung einzelner Hebammen zuzuschreiben. Es gibt viele Gründe, warum zu viele Hebammen seit langem ihrem Beruf den Rücken zukehren. Diese haben sich in Corona-Zeiten noch mal deutlich verschärft. Seit vielen Jahren warnen wir davor und seit ebenso vielen Jahren werden diese Warnungen nicht beachtet. Wir wehren uns dagegen jetzt die Verantwortung für Versorgungsengpässe den Kolleg*innen, die eine Impfung für sich ablehnen, zuzuschreiben.

Wir wünschen Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund!

Ihr Krisenstab


 

Einfluss der Omikron-Variante auf die Arbeit von Hebammen

In den nächsten Wochen wird die Omikron-Variante voraussichtlich unsere Arbeit sehr stark beeinflussen. Die Verläufe scheinen sich deutlich milder zu entwickeln und die Hospitalisierungsrate niedriger zu sein als bei den vorangegangenen Varianten. Die Ansteckung ist jedoch deutlich erhöht, auch für geimpfte Personen, sodass wir davon ausgehen müssen, dass auch Kolleg*innen vermehrt in Quarantäne sein werden. Die Quarantäne-Vorschriften wurden an die leichteren Verläufe angepasst. Diese sind anschaulich unter folgendem Link zusammengefasst.

Aufgrund der derzeitigen Infektionslage und der neuen Gesetzgebung ist nicht auszuschließen, dass es zu Personalengpässen kommt. Daher sollte im Vorfeld schon an einen Notfallplan gedacht werden. Das Dienst-Beleghebammensystem bildet hier eine Besonderheit, da die freiberuflich tätigen Hebammen einen Vertrag mit der Klinik geschlossen haben, in dem sie sich verpflichten, mit ihrer Tätigkeit die Dienste abzudecken, um so die Versorgung der Frauen sicherzustellen.

Mit diesem Papier möchten wir gerne den Hebammen einige Hinweise geben, um einen Notfallplan auszuarbeiten. Trotzdem sollten Sie sich zusätzlich ggf. rechtlich beraten lassen.

Bereits zu Beginn der Pandemie haben wir einen Wegweiser "Hebammen helfen Hebammen", wie Kolleg*innen Kolleg*innen unterstützen können, entwickelt. Diesen möchten wir hiermit in Erinnerung rufen – und Sie auf das neue Papier für Dienst-Beleghebammen aufmerksam machen.

Außerdem ist die Organisation "Wir wollen helfen" weiterhin aktiv. Wenn Sie sich also vorstellen können, Kolleg*innen im Krankenhaus zu unterstützen und spontan einzuspringen, dann können Sie sich unter diesem Link registrieren lassen. Wir haben als Hebammen und auch als Hebammenverband keinen Versorgungsauftrag. Wir möchten Sie dennoch bitten, gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber und/oder Ihren Kolleg*innen zu besprechen, wie der Ausfall von Kolleg*innen durch eine Infektion mit Omikron oder weil sie aufgrund der einrichtungsbezogenen Impfpflicht vorübergehend ausfallen, kompensiert werden kann.


Was muss die einzelne angestellte Hebamme im Kreißsaal leisten, wenn viele Hebammenkolleg*innen durch Corona-Infektionen ausfallen?

Hoher Krankenstand, akute Corona-Infektionen im Team. Dadurch verschärft sich oder entsteht eine Personalnot und an eine vorausschauende Dienstplanung und Besetzung ist meist nicht zu denken. Das ist eine schlimme Situation für die Kolleg*innen, aber: Angestellte Hebammen haben trotzdem keine Verantwortung für die Personalplanung und können auch nicht "durcharbeiten". Das Arbeitszeitgesetz und die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gelten auch in der Pandemie. Personalnot ist kein betrieblicher Notfall – besonders dann nicht, wenn der Zustand chronisch und nicht akut ist.

Wir haben wichtige Informationen zur derzeitigen Arbeitssituation in Kliniken für Sie zusammengestellt.

 

Alle aktuellen Informationen finden Sie jederzeit auf unserer NEU umgestalteten Corona-Seite www.hebammenverband.de/corona 

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Den Inhalt dieses Sondernewsletters stellt der Corona-Krisenstab des DHV zusammen: Barbara Blomeier (NRW) und Ann-Jule Wowretzko (Berlin) für die Landesverbände, Denize Krauspenhaar (Qualitätsmanagement), Manuela Rauer-Sell (beratende Hebamme), Ursula Jahn-Zöhrens und Andrea Ramsell (Beirätinnen) sowie Ulrike Geppert-Orthofer (Präsidentin Deutscher Hebammenverband e. V.)

 
 
         
 

Impressum

Deutscher Hebammenverband e.V
Anschrift:
Gartenstraße 26
D-76133 Karlsruhe

V.i.S.d.P: Ulrike Geppert-Orthofer
Mail: info@hebammenverband.de

 

 

Telefon 0721 9 81 89-0
Fax 0721 9 81 89-20
E-Mail: info@hebammenverband.de
Internet: www.hebammenverband.de

Präsidentin: Ulrike Geppert-Orthofer
Vereinsregister: Amtsgericht Mannheim Nr. 102080
Umsatzsteuer-ID: DE 205828171

 
         


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