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Aus aktuellem Anlass

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Berufspolitik

Der Deutsche Hebammenverband mischt sich ein. Lesen Sie unsere Standpunkte und Stellungnahmen!

Berlin: Geburtenstarke Metropole

In Berlin werden weiterhin sehr viele Kinder geboren. Das ist ein Ergebnis im Bericht zum Geburtsgeschehen 2011, der von Susanna Rinne-Wolf, Erste Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes, Prof. Dr. Abou Dakn vom St. Joseph Krankenhaus und Gesundheitssenator Mario Czaja am Montag, den 4.3.2013 vorgestellt wurde.

Insgesamt wurden im Jahr 2011 36.315 Kinder in Berlin geboren, das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber für 2012 erwartet man bereits wieder einen Anstieg. In jedem Fall zählt Berlin im Vergleich zu den anderen Bundesländern zu den geburtenstarken Metropolen. Zudem gab es im Jahr 2011 in Berlin 1695 Geburten mehr als Todesfälle. Nur Hamburg hat ebenfalls einen Geburtenüberschuss zu vermelden – allerdings nur mit 65 Fällen.

Mit 96 Prozent fand die überwiegende Mehrzahl der Geburten in Kliniken statt. Doch auch immer mehr Frauen entschließen sich, ihr Kind im Geburtshaus oder zuhause zu bekommen. Immerhin jede 5. außerklinische Entbindung war eine Hausgeburt. „Wir sind besonders stolz darauf, dass die geburtshilfliche Landschaft Berlins eine der vielfältigsten Deutschlands ist! Berlin war schon immer Vorreiter und Hochburg der außerklinischen Geburtshilfe und bleibt es auch weiterhin“, sagt Susanna Rinne-Wolf, Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes.
„Dies ist nur auf Grund des großen, persönlichen Engagements der Kolleginnen möglich, besonders da die Arbeitssituation der freiberuflich tätigen Kolleginnen sich in den letzten Jahren immer mehr zugespitzt hat und erschwert worden ist.“

Doch auch die Arbeitssituation der Hebammen in den Kreißsälen ist oft sehr angespannt: Meist betreuen sie 3-6 Frauen gleichzeitig und müssen zusätzlich noch um die gynäkologische Ambulanz, die Anmeldung oder Schwangerensprechstunden kümmern. „Die Kolleginnen in den Kreißsälen leisten bewundernswerte Arbeit unter extrem herausfordernden Bedingungen!“, so Rinne-Wolf. „Das ist auch daran sichtbar, dass die Kaiserschnittrate in Berlin unter dem Bundesdurchschnitt liegt.“

Auch die Zahl der durch Hebammen betreuten Schwangeren und Wöchnerinnen ist kontinuierlich gestiegen. Trotzdem steht nicht allen Familien Betreuung im gewünschten Umfang zur Verfügung. „Wir haben viel mehr Anfragen als wir bedienen können“, bestätigt die Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes.

Weitere Informationen
Pressemitteilung des Berliner Hebammenverbandes vom 4.4.2013: Vorstellung des Berichtes zum Berliner Geburtsgeschehen in Berlin

Berliner Morgenpost vom 5.3.2013: Jedes zehnte Berliner Neugeborene ist übergewichtig

Zuletzt geändert am 04.03.2022